Auto fahren in Thailand

Expressway und Highway in Bangkok

Expressway und Highway in Bangkok

Wer erst einmal den dichten und sich windenden Verkehr auf Bangkok’s Straßen erlebt hat, stellt sich unweigerlich die Frage, ob es eine gute Idee ist, sich an das Steuer eines Autos zu setzen und das Land auf eigene Faust zu erkunden.

Der für uns Europäer ungewohnte Linksverkehr, die Mentalität der Thais am Steuer ihres Autos und die stellenweise extreme Verkehrsdichte, verbunden mit der Problematik der Orientierung und der Situation im Falle eines Unfalles sollten in der Tat eine gewisse Portion an solidem Respekt vor dieser Thematik entstehen lassen. Dennoch ist es möglich, in Thailand sicher und verantwortungsbewußt ein Auto zu fahren.

Hierzu gilt es jedoch einige Dinge zu beachten:

Blick auf den Wongwainyai, einem Monument im Westen der Stadt Bangkok

Blick auf den Wongwainyai, einem Monument im Westen der Stadt Bangkok

Führerschein. Thailand hat mit z.B. Deutschland kein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Fahrerlaubnisse getroffen. Das heißt, daß der nationale deutsche Führerschein nicht anerkannt wird and insofern jedes Fahren mit dem bei uns gebräuchlichen grauen, rosa oder Scheckkartenführerschein als Fahren ohne Fahrerlaubnis bewertet wird. Die Folgen können durchaus in einem Aufenthalt in einer höchst unkomfortablen Zelle eines thailändischen Gefängnisses enden -und glaubt mir: das möchte niemand wirklich gerne erleben. Doch es gibt eine Lösung: Geht zum Straßenverkehrsamt eurer Gemeinde- oder Stadtverwaltung und lasst euch einen internationalen Führerschein ausstellen. Dieser wird auch von Thailand anerkannt und ihr seid somit auf der sicheren Seite. Die Kosten hierfür liegen um 20 Euro und ihr braucht lediglich ein neues biometrisches Passbild und euren aktuellen Führerschein. Das sollte euch das entsprechende Maß an Sicherheit wert sein. Zwar bekommt ihr auch ohne internationalen Führerschein bei den unterschiedlichen Vermietern ein Fahrzeug ausgeliehen, doch kümmern sich diese eher um den eigenen Profit als um eure Sicherheit.

Linksverkehr. In Thailand besteht Linksverkehr. Das ist für uns sehr ungewöhnllich und gewöhnungsbedürftig. So lange ihr nur den Blinker mit dem Scheibenwischerschalter verwechselt ist das nicht tragisch, wenn euch jedoch auf einmal hunderte von Geisterfahrern entgegenkommen fahrt ihr eindeutig auf der falschen Seite 😉 Nach einigen Tagen habt ihr euch jedoch an den Linksverkehr gewöhnt und es wird zur Normalität; achtet jedoch darauf, nicht gerade in Bangkok die ersten Erfahrungen mit dem Autofahren in Thailand zu machen. Der ungewohnte Linksverkehr, die Verkehrsdichte und die Verkehrsdisziplin der Thais lassen ein solches Unterfangen schnell zu einem soliden Alptraum werden. Meine ersten Erfahrungen habe ich in Roi Et gemacht und das war eine weise Entscheidung, denn dort ist der Verkehr relativ überschaubar und ihr habt nicht so viel Stress bei euren ersten Kilometern.

Verkehrsregeln. Wer denkt, daß in Thailand eine gewisse an Regeln gebundene Verkehrsdisziplin besteht, täuscht sich. Es gibt zwar Regeln, aber diese richten sich nicht unbedingt nach den Vorgaben von amtlich vorgesehenen Gesetzen. An sich gibt es nur ein Gesetz: Wo Platz ist, wird gefahren. Wer zuerst an einer Kreuzung ankommt, fährt zuerst. Wenn zwei Fahrbahnen Platz für 3 Fahrzeugreihen bieten wird dieser Platz auch genutzt.

Thanon Phetkasem in Bang Khae; Vorort im Westen Bangkok's

Thanon Phetkasem in Bang Khae; Vorort im Westen Bangkok’s

Doch im Einzelnen: Thais fahren nach ihrem eigenen Gutdünken dort, wo Platz ist. Gehupt wird an sich nie, auch dann nicht, wenn sich ein anderes Fahrzeug vor ein anderes zwängt, was oft vorkommt. Dieses Fahrverhalten gehört zu den thailändischen Gegebenheiten und es steht dir frei, ebenso frei über freie Wege Raum zu gewinnen und nötigenfalls mit gewisser Beharrlichkeit zurück in die Spur zu gelangen. Das bei uns als Reißverschlusssystem propagierte Einfädeln an Verengungen funktioniert in Thailand problemlos, nur würde ich es dort als Trichtersystem bezeichnen, denn oft münden drei, vier oder mehr Spuren in einer Engstelle, an der nur eine Spur weiterführt. Dennoch läuft alles gesittet, für unseren Fahrstil  jedoch ungewohnt ab.

Fährst du bequem auf einer breiten Straße mit 2 Fahrbahnen (einer Fahrbahn in jede Richtung) und ein entgegenkommender Thai möchte ein langsameres Fahrzeug überholen, so kann es sein, daß er dir halb auf deiner Spur entgegenkommt – es ist ja genug Platz für alle vorhanden. Du solltest also immer davon ausgehen, daß du nach links ausweichen mußt und dem entgegenkommenden überholenden Fahrzeug Platz einräumen. Das hört sich zunächst gefährlich an, ist es jedoch nicht, wenn du ständig aufmerksam fährst und dem Umfeld jede nötige Aufmerksamkeit schenkst. Sei am Steuer also immer hellwach – und zwar in jede Richtung und in jeder Hinsicht.

Moped- und Motorradfahrer sind ein weitere Herausforderung. Sie kommen dir auch schon mal auf deiner Seite entgegen, weil das für sie der kürzere Weg ist und das Überqueren der Fahrbahn zu viel Zeit (und Aufwand) kostet. Fahren sie dennoch mit dir in deine Richtung rechne ständig damit, daß sie ausscheren; die Gründe dafür können vielfältigst und unterschiedlichster Natur sein. Du wirst sie oft auch nicht nachvollziehen können und von daher ist es eine gute Idee, bei zwei angebotenen Fahrbahnen in eine Richtung immer die rechte Fahrbahn zu benutzen. Doch auch dort gilt: Augen auf…

Unfall und Haftung. In Thailand gibt es auch Unfälle – schließlich sind Thais auch nur Menschen. Die Regulierung eines Unfalles folgt jedoch gänzlich anderen Regularien als in Deutschland oder Europa. Thais schauen nicht in erster Linie auf den Verursacher sondern nehmen einen Unfall als unangenehmes Ereignis hin und überlegen, wer am ehesten in der Lage ist, den Schaden zu regulieren. Dies ist in erster Linie, der wohlhabendere beteiligte Thai, den dieser hat mehr Geld und ihm fällt es leichter, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Kommt jetzt ein Farang als Beteiligter hinzu, geht man

Thanon Phetkasem in Bang Khae; Vorort im Westen Bangkok's

Thanon Phetkasem in Bang Khae; Vorort im Westen Bangkok’s

in Thailand automatisch davon aus, daß DU als Ausländer mehr Geld hast, als jeder am Unfall beteiligte Thai. Immerhin hast du genug Geld gehabt, nach Thailand zu reisen und dort ein Auto zu mieten. Im Unterschied zu Europa und Deutschland gibt es also nicht die Verschuldenshaftung wie wir sie kennen sondern eine auf Lösung mit möglichst geringen Konsequenzen für Alle bezogene Regelung, den Unfall zu regulieren. Ich empfehle dir daher dringend, eine entsprechende Versicherung abzuschließen, die alle eventuellen Szenarien abdeckt und dir so ein entspanntes Fahren in Thailand ermöglicht.

Dies alles mag dich vielleicht davon abhalten, in Thailand eine Auto zu fahren, doch lass dich nicht zu sehr einschüchtern. Die Unfallstatistik ist zwar nicht so angenehm zu lesen, wie dies in Deutschland der Fall ist, dennoch kannst du sicher fahren, wenn du aufmerksam am Steuer deines Fahrzeuges bist und dich den thailändischen Gepflogenheiten anpasst.

Sehr gute Erfahrungen mit Mietfahrzeugen habe ich auch in Thailand mit dem Vermieter AVIS (*) gemacht. Es gibt mindestens an jedem Flughafen eine Vermietstation und die Haftungsbeschränkungen sind im Gegensatz zu Deutschland sehr moderat. Außerdam hat AVIS (*)ein sehr gutes Treueprogramm und durch die Zusammenarbeit mit Miles&More, dem Kundenbindungsprogramm der Star-Alliance, der unter anderem Lufthansa angehört, ergeben sich sehr gute Cashback-Effekte.

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provision-Links. Wenn du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Andreas

Ich bin Andreas

Ich bin Andreas und schreibe für euch

Mein Newsletter für dich